=== Haus der Landwirtschaft === [[Datei:18Haus der Landwirtschaft2.JPG|200px|thumb|left]] Der ursprünglich als Sackgassendorf entstandene Ort wurde 1359 eingemeindet. Zwischen 1360 und 1370 wurde der Name Gosczic oder Goschicz erstmalig als Ortsbezeichnung /Personenname erwähnt. Nach 1403 war neben Gossicz auch der Name Gossiczgasse gebräuchlich. 1422 mauerte man das Goschwitztor zwischen Wallstraße und Schilleranlagen an der Bahnhofstraße zu. Als Straße der Goschwitz-Siedlung bezeichnete man den damals befestigten Weg erst im 18. Jahrhundert. Spuren der sorbischen Geschichte kann man heute noch an der Fassade des Hauses Goschwitzstraße 9 sehen. Der verwitterte Schriftzug „Haus der Landwirtschaft“ weist auf die sich in diesem Gebäude einst befindliche „Mühlenbäckerei Uhyst“, das Geschäft von Ernst Bart aus Uhyst/Spree hin. Nach 1933 verdiente sich Ernst Bart aus Briesing (Arnošt Bart-Brězynčanski) in dem Geschäft seines Sohnes seinen Lebensunterhalt als Verkäufer. Bis zur Deportation bestand die Stammkundschaft des Geschäfts überwiegend aus jüdischen Bürgern der Stadt. Bart ging mit Ihnen sehr ehrwürdig und menschlich um. Hier konnten die mit dem Judenstern gekennzeichneten einen Moment ihr unglückliches Los der Deportation in die Vernichtungslager vergessen. Fast täglich kamen Georg Melzer und Jan Ernst Holan, die man aus dem Schuldienst entlassen hatte, zu ihm. Regelmäßig kam auch Ernst Simon, der schräg gegenüber ein Zigarrengeschäft betrieb, vorbei. Soweit sie in Bautzen waren, kamen auch Jan Skala, Theodor Dobrucký und andere Persönlichkeiten zu ihm, um über die Situation an der Front und Neuigkeiten aus dem Ausland zu diskutieren und zu informieren. So entstanden weitreichende Kontakte in alle Regionen der Lausitz und das Geschäft entwickelte sich zu einer wichtigen Nachrichtenstelle. Überliefert ist auch, dass Bart bei jedem Fremden, der den Laden betrat, sehr vorsichtig war und nur über belanglose Themen sprach. Jeden Samstag traf sich in den hinteren Räumen dieses Geschäfts der Kreis der sorbischen Antifaschisten. Unter ihnen waren viele alte Freunde und Kameraden aus der Zeit der Domowina Bewegung vor und nach dem Ersten Weltkrieg. In den Jahren von 1937 bis 39 bemühten sie sich um die Gründung einer geheimen sorbischen antifaschistischen Organisation. Bart gehörte nicht dazu, da er regelmäßig durch die Gestapo verhört wurde.