=== Sorbisches Institut === [[Datei:37Sorbisches Institut1.JPG|200px|thumb|left]] Der Sitz des heute von der Stiftung für das sorbische Volk institutionell geförderten Sorbischen Instituts e. V. befindet sich in der Bahnhofstr. 6 in Bautzen. Das Bautzener Institut wurde 1951 als Institut für sorbische Volksforschung, welches von 1952 bis 1991 zur Deutschen Akademie der Wissenschaften (ab 1972: Akademie der Wissenschaften der DDR) in Berlin gehörte, gegründet. Literaturhistoriker und Volkskundler Paul Nowotny (1912-2010) leitete das Institut von 1951 bis 1976. Im Zuge der politischen Wende von 1989/90 gab es unterschiedliche Positionen zur weiteren Existenz der Einrichtung. Die durch die Mitarbeiter unterbreitete und durch den Wissenschaftsrat im Juli 1991 als positiv bewertete „Konzeption zur Reorganisation und Weiterführung“ der Einrichtung war zukunftsweisend und sicherte den Erhalt „als selbständiges Forschungsinstitut besonderer Art“. Die Empfehlung des Wissenschaftsrates enthielt die Forderung das Sorbische Kulturarchiv und die Sorbische Zentralbibliothek in die Obhut des Instituts zu übergeben, zu welcher auch wertvolle Restbestände der sorbischen Wissenschaftsgesellschaft "Maćica Serbska" und bedeutender sorbischer Kulturschaffender gehörten. Das Institut in seiner heutigen Form wurde vom Freistaat Sachsen gemeinsam mit dem Land Brandenburg in die privatrechtliche Organisationsform eines eingetragenen Vereins zum 1. Januar 1992 überführt. Als Direktor war von 1992 bis 2014 Prof. Dr. Dietrich Scholze-Šołta für die Erfüllung der satzungsgemäßen Aufgaben verantwortlich. Hauptaufgaben sind die Erforschung und Pflege der sorbischen Sprache, Geschichte und Kultur, die Sammlung sowie Archivierung der dazu notwendigen Unterlagen, um aktiv zur Bewahrung und weiteren Entwicklung von sorbischer Sprache und Kultur in der Ober- und Niederlausitz beizutragen. Die weitergehende Aufgabe besteht in der Unterstützung der ehrenamtlichen Kräfte in den sorbischen Vereinen, sowie der in Politik, Schulen, Kulturinstitutionen, Medien und der Satzung entsprechend wirkenden Sorben und Deutschen. Veröffentlichungen der Wissenschaftler sind in einschlägigen nationalen und internationalen Publikationen und in den institutseigenen Schriftenreihen (Spisy Serbskeho instituta) und in der Jahresschrift Lětopis, die durch die Domowina-Verlag GmbH herausgegeben werden, zu finden. Seit seiner Gründung hat das Sorbische Institut enge Arbeitskontakte zu anderen wissenschaftlichen Einrichtungen des In- und Auslandes. Lehraufträge an verschiedenen Universitäten und Hochschulen gehören genauso zu den Arbeitsaufgaben wie die Gastgeberrolle zur im Zweijahresturnus stattfindenden internationalen Sommerschule für sorbische Sprache und Kultur.