=== Sorbische Zeitung === [[Datei:36Serbske Nowiny2.JPG |200px|thumb|left]] Das Gebäude des Domowina-Verlages auf der Tuchmacherstraße 27 ist neben dem Sitz der Domowina Verlags GmbH zugleich Sitz der Redaktion der sorbischen Zeitung "Serbske Nowiny". Diese führt die Tradition des sorbischen Pressewesens, welches sich erst seit Ende des 18. Jahrhunderts herausbildete, fort. Die erste sorbischsprachige Zeitung wurde 1790 durch die beiden Aufklärer-Theologen J. A. Janka und K. B. Šěrach mit dem Titel Monatsschrift zur Unterweisung und Belehrung (Měsačne pismo k rozwučenju a powučenju) herausgegeben. Nach der ersten Ausgabe wurde dieses Monatsblatt jedoch durch den Zensor verboten. Ein kontinuierliches Erscheinen eines sorbischen Presseerzeugnisses gelang J. B. Dejka, einem Bautzener Zimmermann, erst zwanzig Jahre später. Die Zeitung „Der sorbische Erzähler und Kurier“ (Serbski powědar a kurěr) vermittelte bis 1812 politische Nachrichten, nationales Bewusstsein weckendes und förderndes Aufklärungsgut. Da er von seinen sorbischen Landsleuten wenig unterstützt wurde, erschienen nach dieser ersten Periode der sorbischen Pressegeschichte erst ab Januar 1842 wieder sorbische Zeitungen und Presseerzeugnisse. J. P. Jordan verlegte das Wochenblatt „Morgensternchen“ (Jutnička), welches noch im selben Jahr durch die Wochenzeitung (Tydźenska Nowina) ersetzt wurde. Redakteur dieser Wochenzeitung war der Dichter Handrij Zejler. Im Jahr 1854 erschien die erste Ausgabe der Sorbischen Zeitung. Ein beachtlicher Aufschwung der sorbischen Presse ist jedoch erst in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts zu verzeichnen. Die progressiven Kräfte erkämpften sich 1920 das Recht, die Sorbische Zeitung als Tageszeitung herauszugeben. 1923 hatte dieses sorbische Presseerzeugnis mit 6000 Abonnenten die höchste Auflage. Nach der Übernahme der genossenschaftlichen Smolerschen Druckerei in den Privatbesitz von Jan Cyž erschien die Tageszeitung noch bis 1937. Dort erfolgte das totale Verbot des gedruckten sorbischen Wortes durch die Nationalsozialisten. Die erste Ausgabe einer sorbischen Zeitung nach dem 2. Weltkrieg erschien am 06. Juli 1947, als Organ des Bundesvorstandes der Domowina mit dem Namen "Nowa Doba". Die Erlaubnis als Tageszeitung zu erscheinen, billigte das SED – Regime erst im Oktober 1955. Nach den politischen Veränderungen von 1989 und der dadurch erlangten Pressefreiheit nahm die Zeitung wieder den alten Namen "Serbske Nowiny" an, um so an die demokratischen Traditionen der Pressearbeit anzuknüpfen. Sie wird vom Domowina-Verlag verlegt und über den Vertrieb des Verlages verbreitet. Derzeit hat die Zeitung ca. 2.000 Abonnenten und erscheint 5-mal wöchentlich als Abendblatt mit einer deutschsprachigen Monatsausgabe.